16. Februar 2009
Nun wie versprochen zur Bewertung der Leistungen:
Loboué: Gewohnt sicherer Rückhalt, klasse beim 1-gegen-1 mit O. Mokhtari!
Felgenhauer: deutliche Schwächen im Aufbauspiel, einige Fehler ohne Auswirkungen, noch ausreichend
Karaslavov: fehlerlos, offensivstark (Tor!), könnte von Biliskovs und Meichelbecks Ausfällen langfristig profitieren.
Mauersberger: weniger souverän wie gewohnt, jedoch ohne größere Probleme, Dienst nach Vorschrift.
Rahn: unauffällig
Burkhardt: reibte sich auf, am Ende kraftlos, eher ein schwacher Auftritt der Schaltzentrale
Nehrig: übereifrig, gallig, giftig, hat einmal mehr die Balance verloren, unnötiger Bärendienst fürs Team
Sararer: einsatzfreudig, jedoch musste auch er Lehrgeld zahlen, tanzte dennoch den Gegner ein ums andere Mal aus
Haas: solider Auftritt, geht diese Rückrunde mehr in die Zweikämpfe und dürfte sich festgespielt haben
Allagui: glücklos, jedoch teamdienlich
Reisinger: agil, kämpferisch über jeden Zweifel erhaben, seine Auswechslung ist nur zu erklären, dass ihm die Puste ausging, leider wurde sein Einsatz nicht belohnt…
Voigt: ein Fehler, ansonsten umsichtig und alles andere als nur ein Kämpfer, gut solche Leute auf dem Platz oder der Bank zu haben!
Schröck: spritzig, motiviert – aber auch zweimal übermotiviert, seine Aktionen oft Spitz auf Knopf… dürfte dennoch nächstes Spiel den Vorrang vor Sararer haben, sollte Ivo oder Takyi nicht fit werden (es sei den Voigt für Burkhardt, und dieser oder Haas auf den Flügel – kompliziert!),
Kotuljac: nur 5 Minuten zeit, dafür sofort im Spiel, man hat mittlerweile bei ihm auch das Gefühl, dass er noch ein Tor erzielen könnte – ein gutes Zeichen
Schiri: Henschel – Da schweigt des Sängers Höflichkeit…
Ja es ist immer wieder die alte Geschichte, Kälte – Abendspiel – vermeintlich schwächerer Gegner = Punkteteilung.
Wenn die Mannschaft dann auch noch aus Hessen kommt (wie Wehen) kann man das Spiel ja fast gleich vergessen. Das dachten dann zumindest auch wieder 3000 potenzielle Zuschauer die sicher nicht alle krank wie mein kleiner Bruder waren, sich jedoch dennoch nicht durch die Aussicht auf Platz 1 in den Ronhof bewegen ließen – aber sei es wie es sei, Eventfans können nächstes Jahr gerne kommen…
Wie Axel Heiber (Kicker) zu berichten wusste, brachen bei uns die Flügel weg, mit den Ausfällen von Ivo und Sir Charles. In die neuformierte Elf spülte es Nehrig und Sararer, einer sollte noch eine entscheidende Rolle spielen. Zuerst einmal zeigten jedoch die sichtlich aufgrund zweier Siege in Folge euphorisierten Frankfurter, dass man hier nicht nur abwarten wollte. Ein ums andere Mal schafften sie es uns im Mittelfeld zu Fehlern zu zwingen um sich Spielanteile zu erarbeiten, ohne dabei jedoch zu arge Gefahr zu erzeugen.
Dem Fürther Spiel fehlte die rechte Bindung, man könnte jedoch durchaus schreiben, dass man im Stile einer Spitzenmannschaft, hinten gut stand, und vorne die eine Chance nutzte – ja wenn nicht Herr Henschel aus Braunschweig einen Torwartfehler Klandts, den Karaslavov in der 21. Minute zum Führungstreffer erzielte, exklusiv als Stürmerfoul bewertete. Sagen wir es vorweg – vermutlich hätte jeder der Balljungen, Ordner, die Verkäuferinnen vom Teeladen, oder ich ohne Brille, einen besseren Job abgeliefert, Henschels Assistenten zumindest schienen ihn nicht blosstellen zu wollen und passten sich seiner Leistung an. Daraus resultierte auch die erste gelbe Karte Bernd Nehrigs, der Heißsporn wurde auf Höhe der gegnerischen Grundlinie vom Gegner beharkt, was am Ende jedoch weder einen zugegebenermaßen übertriebenen Elfer, noch Eckball gab – frustriert gab sich Nehrig einer Diskussion mit dem Linienrichter hin, diese Herr Henschel als Ordnungshüter mit Gelb unterband. Fortwährende Aufgabe des Linienrichters bestand daraufhin, die Frankfurter Bank zu beäugen, dem Spielgeschehen wollte er nichtmehr folgen…
Es entwickelte sich weiter ein munteres Spiel auf niederem Niveau, Frankfurt scheint in der 2.klassigkeit angekommen zu sein und bewies das Rüstzeug zu haben, dass es für den Abstiegskampf benötigt.
Im Zweiten Durchgang, konnte die SpVgg allerdings allmählich die Frankfurter Fesseln lösen und kam zu besseren und klareren Chancen. Das Tor machte jedoch Frankfurt – doch Herr Henschel befolgte auch hier Herrn Stevens Credo “die Null muss stehen” – diesmal war es wenigstens eine auch im TV schwer zu entscheidende Szene.
In der 51. Minute dann Nehrigs zweifacher Abflug – lag es an mangelnder Spielpraxis? Jedenfalls hob Nehrig bei minimaler Berührung maximal ab, und sah daraufhin Gelb-Rot, eine harte Entscheidung, die der Schiedsrichter traf, aber sind wir milde – es war eine “kann” Entscheidung. Die SpVgg zu zehnt daraufhin besser als zu elft, Frankfurt mit dem Punkt nun vollends zufrieden, einzig die Hoffnung auf einen Konter blieb ihnen.
Unsere Mannschaft hingegen in einen ihrer Räusche, bei denen man sich fragt, warum diese Mannschaft in 60 Minuten nur ein irreguläres Tor hinbekam. Einzig der Ball wollte nicht hinein…
Was bleibt, ist jedoch 2 Nächte als Spitzenreiter verbracht zu haben, und eine Leistung, die nur das Ergebnis mit anderen durchwachsenen 0:0 Leistungen gemein hat.
Bewertung folgt…
13. Februar 2009
Der Hotbutton schlägt wieder zu!
Da die vielgerühmte Lokalpresse, ob subtil seriös, oder boulevardesk, ich biete Ihnen verehrte Verlegerschaft einen nie dagewesenen Service an:
Wie jeder weiß, geht es in einem absteigenden hektischen Geschäft, wie dem der Printmedien mitunter so zu, dass man einfach keine Zeit und Kapazitäten für unbedeutende Zweitligisten hat.
Wie einer der Führenden der schreibenden Zunft mitteilte, gäbe es immer wieder
Vertreter von Sportarten, denen die Zornesröte im Gesicht steht
… und
Die Aufgabe einer seriösen Tageszeitung wie der unseren besteht mitnichten darin, Stimmung zu machen.
Nunja, meine, so für mich als hobbymäßiger Zweckoptimist ist genau dies!
So mein Angebot, Redakteure, die bis dato die undankbare Aufgabe bekamen, die örtlichen Wettkämpfe im Jugger, Tractor Pulling und Fingerhakeln links liegen zu lassen, und über unbedeutsame Zweitligisten Fußballvereine Wirtschaftsträger “Unaufsteigbare” zu berichten, können aufatmen!
Ich verfüge hiermit, dass alle unter meinem Pseudonym geschriebenen Berichte/Glossen/Essays/Romane/Opern/Treppenwitze hier und hier ab sofort zu Ihrer freien Vervielfältigung stehen.
KOSTENFREI!
Ich gelobe auch, mein miserables deutsch nicht ganz so arg durchdringen zu lassen zu versuchen zu tun!
9. Februar 2009
Nachdem ich den Hinrundenauftakt hier verpennt habe sei dies nun nachgeholt:
Was soll man sagen schreiben außer:
REISINGER – REISINGER – REISINGER – REISINGER – ALLAGUI – ALLAGUI – RAHN – HAAS – TAKYI – LOBOUÉ….Ivo… Mauersberger…Burkhardt… ach lassen wir das!
Was wurde Berichtet, schlechte Ergebnisse in der Vorbereitung – “Larifarifußball” und “Scheißthema Aufstieg” wurden durch die Gazetten thematisiert (naja was heißt “thematisiert”, es wurde im uns zugebilligten überschaubarem Medialbereich als Aufhänger genutzt).
doch der Rückrundenauftakt dürfte auch die größten Optimisten (moí) überrascht haben!
6:1 gegen Ingolstadt!
Hellwacher Beginn, blindes Verständnis und mit Rahn jemanden der nachweisen konnte, dass das Rostocker Abstellgleis nicht das Karriereende bedeuten muss.
Jedoch gab es auch Bange Minuten, als wir nach der frühen Führung (4. Minute Allagui) und in Folge vergebener Chancen (Sararer!) in der 17. Minute den ebenso überraschenden Ausgleich hinnehmen mussten. War wieder der Schlendrian in der Defensive? Den Willen aus den Fehlern die in der Hinrunde den Unterschied zwischen Oben angekommen und Oben dran ausmachten zu lernen, erlebten wir die SpVgg die so jeden Gegner bezwingen kann, zweimal der oft gescholtene Leo Haas auf Reisinger, (27. u. 32.) erwischten die Ingolstädter gnadenlos.
Allagui (39.) Haas (45.) und Takyi (67.) machten den Kantersieg daraufhin perfekt. Ein wirklicher Auftakt nach Maß endete in Standing Ovations für Reisinger (77.) und das Team nach Spielschluss.
Einzige Schwarze Wolke am Himmel hinterlässt die Sorge um Edgar Burkart dem ein Spruchband mit Genesungswünschen und “You’ll never walk alone!” gewidmet wurde.
Nun aber zu gestern:
Die SpVgg wäre nicht das erste Team gewesen, dass nach einem Fußballfest auf den Boden der Tatsachen zurückkehrt. Der bis dato bestehende Heimnimbus des FC St. Pauli, sowie deren generell berühmt berüchtigte Kampfesstärke schienen hierfür perfekt. Dazu nutzte das Nordlicht keine Gelegenheit sich selbst klein zu machen, über Verletzte zu klagen. Von allen Seiten wurde der SpVgg die schon zuhauf Probleme mit der “Favoritenrolle” hatte eben jene zugeschoben.
Was blieb also anderes übrig als diese anzunehmen, und von Beginn an klarzumachen, wer welchen Ansprüchen gerecht werden möchte: Bereits nach 8 Minuten war dies der Fall, der wiederum glänzend aufgelegte Reisinger setzte sich auf rechts gegen seinen mitleidserregenden Gegenspieler durch, bewies Auge um passgenau für den heute von Beginn an spielenden Ilicevic zu bedienen. Der Schock schien tief bei St. Pauli zu sitzen, die in Folge nur durch Verlegenheiten im Fürther Aufbau zu Spielszenen kamen jedoch spätestens an Loboué scheiterten. Ganz anders die SpVgg, bei der der Ball konsequent und abgeklärt lief. Folgerichtig kam eine Maßflanke von Kapitän Daniel Felgenhauer auf Allagui an, diese konnte Pauliverteidiger Morena noch blocken, bevor Reisinger frei stehend das 2:0 besorgte (30.).
In dessen Folge kam die SpVgg weiter gefährlich vors Tor, um jedoch eine spielentscheidende Szene zuzulassen, im Strafraum konnte Biliskov gegen Trojan nur mit Trikotziehen vom Ball trennen, den folgerichtigen Elfmeter trat Florian Bruns – um an Elferkiller (4 von 5 gehalten!) Loboué zu scheitern.
Solche Szenen können ein Team aufbauen, oder zerstören.
Und auch wenn St. Pauli in Hälfte zwei mehr Anteile erspielte, mehr Möglichkeiten hatte, lag doch der vergebene Elfmeter wie blei an ihren Füßen. So dass man von diversen Rettungen (Felgenhauer auf der Linie) eher abgeklärt spielen konnte. Dem Spielverlauf entsprechend, zeigte die SpVgg noch einmal ihre Effizienz, als 89. Minute Schröck auf den, zugegebenermaßen im Abseits stehenden Reisinger flankte und dieser sein überragendes Spiel mit einem weiteren Tor krönte.
Die Teambewertung entfällt hier wie auch beim Auftaktsieg, da der Schreiber nicht wüsste wo er mit den Superlativen aufhören soll. Einzig Loboué sei noch erwähnt, der seinen wohl schärfsten Kritiker, Konkurrent Sascha Kirschstein überzeugen konnte.
Diese Größe sei bei Sascha, dem auch von eigenen Anhängern charakterliche Defizite angedichtet werden hier erwähnt.
Auf eine Fortsetzung bereits am Freitag, vor den üblichen 6000 und hoffentlich weiteren, aufgeschlossenen Fußballanhängern und Ästheten…