SpVgg Greuther Fürth – die Geschichte des dreifachen Deutschen Meisters (Kurzfassung )
Die Fußballgeschichte in Fürth beginnt im Jahre 1902 – und damit wurde zugleich auch der Grundstein für das älteste Derby in Deutschland gelegt – nämlich die Spiele gegen den 1.FC Nürnberg.
Der Fürther Reinhard Barthel spielte damals beim 1. FC Nürnberg, beim „Club“, und brachte das Fußballspiel nach Fürth. Reinhard Barthel unterstützte seine Fürther Mannschaft und bestritt mit einigen Bekannten das erste Spiel in Fürth gegen den Club und verlor recht eindeutig.
Die Fürther Fussballbegeisterten ließen sich jedoch nicht entmutigen und so fand man sich im Februar 1903, noch unter dem Dach des Vereins TV 1860 Fürth, zusammen.
Am 23. September 1903 kam es schließlich zur Gründung der Spielvereinigung des TV Fürth – Treffpunkt war damals das Gasthaus Balzer in der Gustavstrasse.
Anno 1905 wurde die einheitliche Sportkleidung mit weißem Hemd und grünem Kleeblatt auf der Brusttasche sowie schwarzer Hose eingeführt. Im Jahr darauf löste man sich vom Hauptverein TV 1860 Fürth und war nun als Spielvereinigung Fürth eigenständig.
1908 kam der erste Nationalspieler nach Fürth, Karl Burger. Auch Dank seiner Unterstützung stellten sich bald die ersten Erfolge ein, unter anderem ein Unentschieden gegen den 1.FCN.
Am 11. September 1910 wurde der neue Sportpark Ronhof mit einem Spiel gegen den damaligen Deutschen Meister, Karlsruher FV, vor 8.000 Zuschauern eingeweiht.
Im Jahr darauf wurde mit der Trainerverpflichtung von William Townley aus England, die Grundlage für die bevorstehenden Erfolge gelegt.
1914 – inzwischen war die SpVgg der größte deutsche Sportverein- errang man die Ostkreismeisterschaft, die süddeutsche Meisterschaft und zur Krönung die erste Deutsche Meisterschaft. Am Pfingstsonntag traf man in Magdeburg im Finale auf den VfB Leipzig und siegte nach hartem Kampf und nach 154!! Minuten mit 3-2 nach Verlängerung.
Da kurz darauf der erste Weltkrieg ausbrach, blieb die SpVgg bis zum Jahr 1920 amtierender Deutscher Meister.
Auch 1920 stand man wieder im Endspiel, verlor aber – ausgerechnet – gegen den 1.FC Nürnberg.
In diesem Jahr kam Verstärkung in Form von Theodor „Teddy“ Lohrmann nach Fürth. Er gehörte neben Stuhlfauth (1.FCN) zu den besten Torhütern in Deutschland. Zugleich spielte der überragende Sportsmann auch in der Handball-, Wasserball- und Tennisabteilung der SpVgg.
1926 wurde die zweite Deutsche Meisterschaft errungen. In Frankfurt hatte Hertha BSC Berlin keine Chance und wurde klar mit 4-1 geschlagen.
1927 war im Halbfinale Endstation man unterlag Berlin mit 1-2.
1929 stand man wieder im Endspiel , wieder war Berlin der Gegner und wieder behielt Fürth die Oberhand. Durch einen 3-2 Sieg holte man die dritte und bislang letzte Deutsche Meisterschaft nach Fürth.
Wie man sieht, prägten die SpVgg Fürth und der Rivale Nürnberg die 20er Jahre und brachten zahlreiche Nationalspieler hervor.
In einem Spiel gegen Holland bestand die Nationalelf sogar auschließlich aus Spielern dieser beider Lager. Die Rivalität herrschte schon damals vor, denn zu diesem Spiel fuhren die Fürther und die Nürnberger in getrennten Zugabteilen.
In den darauf folgenden Jahren gab es zwar beachtliche Resultate, aber keine weiteren Titel mehr. Zwischen 1930 und 1944 erreichte man ausschließlich Plätze zwischen dem 1. und 6. Abschlußrang.
Der zweite Weltkrieg brachte nicht nur den Verlust vieler Spieler, sondern auch die Zerstörung der Fürther Haupttribüne.
Die Nachkriegsjahre waren von einem Auf und Ab geprägt.
Dem Abstieg 1948 folgte postwendend der beeindruckende Wiederaufstieg. Zu verdanken war dies einer Mannschaft, die einzigartig hinter ihrem Verein stand und von denen kein Einziger den Verein verließ.
Diese Mannschaft erreichte 1950 sogar die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft; aber in der Vorschlussrunde war Endstation gegen den VfB Stuttgart.
Am 11. Februar 1951 wurde die neue (auch heute noch existente) Haupttribüne eingeweiht.
Für die beiden Fürther Karl Mai und Herbert Erhardt kam ein Höhepunkt ihrer Karriere im Jahre 1954 – nämlich die Teilnahme an der Fußballweltmeisterschaft in der Schweiz, die ja bekanntlich mit dem Weltmeistertitel für Deutschland endete. Erhardt nahm übrigens auch noch 1958 und 1962 an der Weltmeisterschaft teil und kam in seiner beeindruckenden Karriere auf 50 ! Länderspiele.
Die nächste Jahre vergingen recht ereignislos, bis Anfang der 60er Jahre die Neugründung der Bundesliga im Raume stand. Trotz passabler Ergebnisse wurde die SpVgg – wohl auch aufgrund mangelnder Unterstützung aus der Wirtschaft – nicht aufgenommen und spielte somit, wie auch Bayern München, in der Regionalliga.
Die Krise ging schleichend weiter, aber man schaffte die Qualifikation für die im Jahr 1974/75 eingeführte Zweite Bundesliga Süd.
Ebenso war man 1981 bei der nun eingleisigen Zweiten Bundesliga dabei, aber nicht für lange Zeit.
1983 kam nicht nur der Abstieg, auch der Verkauf der Sportparks Ronhof war nun unumgänglich und Horst Brandstätter, seines Zeichens Playmobil-Chef, sicherte sich das Gelände für 12 Millionen DM.
1987 folgte der nächste Abstieg in die Niederungen der Landesliga.
Erst 1991 gelang in einem Entscheidungsspiel gegen die Amateure des 1.FCN der Wiederaufstieg in die Bayernliga.
Dort lief es ganz erfolgversprechend und mit den Plätzen 3,2 und 6 qualifizierte man sich für die Regionalliga Süd, die man 1994/95 mit Platz 3 und im Jahr darauf mit Platz 8 abschloß.
Bei der Geschichte des TSV Vestenbergsgreuth muss man lediglich bis ins Jahr 1974 zurückgehen. Damals startete man in der niedrigsten Liga, der C-Klasse Bamberg – und es gelang auf Anhieb der Aufstieg.
Auch im nächsten Jahr stieg man direkt auf und war nun in der A-Klasse. Nach einer kurzen Pause gelang 1979 schließlich der Aufstieg in die Bezirksliga. Sensationeller weise wurde man dort wieder sogleich Erster und nach zwei Aufstiegsspielen fand man sich bereits in der Landesliga wieder.
1986/87 gelang der nächste Aufstieg und man spielte nun in der Bayernliga , bis man sich 1994/95 ebenso wie die SpVgg Fürth für die Regionalliga qualifizierte.
Dort belegte man in den beiden folgenden Spielzeiten Rang 5 und 6.
1995…. jetzt war es soweit. Die SpVgg ging wirtschaftlich immer schwereren Zeiten entgegen, der TSV Vestenbergsgreuth hingegen hatte zwar keine Probleme im wirtschaftlichen Bereich, aber sehr wohl in der Infrastruktur. Die Präsidenten der SpVgg, Herr Burkart, und des TSV, Herr Hack, fanden die Lösung in einer Zusammenarbeit beider Vereine, welche dann 1995 in Form des Beitritts vom TSV erfolgte.
Am 26.07. stimmte der Großteil der Mitglieder des TSV zu, am 24. Oktober die der SpVgg Fürth.
Der Verein hieß nun SpVgg Greuther Fürth.
Die Saison 1996/97 brachte den Aufstieg in die 2. Bundesliga und man schlug sich seither beachtlich.
9 – 8- 7 – 5 – 5 – 5 – 9 – 5 – 5 und Platz 5 lauten seitdem die Platzierungen zu Saisonende und es gilt, diese Platzierung zu verbessern – viel Erfolg.