Der Gleebladd-Blog ;-)


Wer issn des?

Naja… kann man der Blog-Überschrift ja schon entnehmen – ich bin der Deebeidl, auf hochdeutsch: Teebeutel.
Im meinem wahren Beamtenleben heiße ich Udo Zweckerl und bin 1969 NATÜRLICH in Fürth geboren.

Den Namen deebeidl hab ich mir Mitte der 90er Jahre ausgesucht als unsere “Feinde”, die Teebeutelschwinger aus Vestenbergsgreuth, plötzlich unserer Spielvereinigung Fürth beigetreten sind und das Wort-Ungeheuer SpVgg Greuther Fürth entstand.

Ich beschäftige mich jedoch nicht nur mittels diesem Blog mit der SpVgg, sondern ich sammel auch alles über “meinen” Verein.
Zu den Highlights meiner Sammlung zählen u.a. einPostkarte von 1914 mit den Unterschriften der damaligen Meistermannschaft, eine Eintrittskarte zum Endspiel 1929, ein Wimpel von 1928, Programmhefte von 1914 (Halbfinale DM) oder auch ein Derbyheft von 1921. Ferner ein original getragenes DFB-Shirt von Herbert Erhardt aus dem Jahr 1961…..

Hier ein Bericht der Fürther Nachrichten vom 22.09.2007
(Link: http://www.stadionheft.de/pressespiegel/2007/2007_fuerther_nachrichten.pdf)

Grenzenlose Leidenschaft in Weiß und Grün
Der Wintersdorfer Kleeblattfan Udo Zweckerl hat in seinem Keller ein kleines
Privatmuseum zum Thema Spielvereinigung eingerichtet
Seit 1995 sammelt Udo Zweckerl alles, was mit der Spielvereinigung Fürth zu tun hat. Mit ein paar Stadionheften fing es an, mittlerweile passt sein privates Museum kaum noch in den dafür reservierten Kellerraum des Zweckerlschen Hauses in Wintersdorf.
Auf dem Esstisch stapeln sich alte Fotos, Stadionhefte, Postkarten: vier Jahrzehnte
Spielvereinigung sind vor Udo Zweckerl ausgebreitet. Gekauft hat der Sammler die Stücke, die zum Großteil aus den 20er bis 50er Jahren stammen, vor einigen Wochen. Bis sie gesichtet und sortiert sind, wird noch einmal so viel Zeit vergehen; für Mahlzeiten ist der Tisch so lange tabu. Die Familie nimmt’s gelassen.
«Meine Frau und mein Sohn spielen selbst Fußball, die verstehen meine Leidenschaft», sagt der Wintersdorfer. Diskret räumt er das Wasserglas der Besucherin in sichere Entfernung.
Immerhin hat der neueste Ankauf eine vierstellige Summe gekostet. Eine genaue Zahl will der 37-Jährige nicht verraten, nur so viel: «Es war meine größte Ausgabe bisher.» Erstanden hat er die Sammlung von den Erben des ehemaligen SpVgg-Profis Peter Fischer.
Mit sicherem Griff zieht Zweckerl einige Stücke aus den Bergen: Fotos ehemaliger Spieler und Funktionäre; die «Athletischen Nachrichten», ein handgeschriebener Spielbericht im DIN-A1- Format; eine Vereinszeitschrift aus dem Jahr 1924, die die bisherige These widerlegt, nach der das erste Heft erst 1925 erschienen sei.
Ein derart umfangreicher Kauf ist auch für Udo Zweckerl die große Ausnahme. Normalerweise ersteht der Kleeblattfan seine Stücke auf Sammlerbörsen, tauscht mit Gleichgesinnten oder steigert bei eBay, der Auktionsplattform im Internet. Eine finanzielle Schmerzgrenze hat er sich nicht gesetzt, ein paar eiserne Regeln sollen ihn aber vor dem Ruin bewahren. So hat Zweckerl mit Frank Kreuzer, dem Webmaster der SpVgg und ebenfalls Sammler, eine Vereinbarung getroffen: Wer bei eBay zuerst ein Angebot abgibt, darf weitermachen, der andere klinkt sich aus. So vermeiden die beiden, sich gegenseitig zu überbieten.
«Es wird auch so schon teuer genug», gesteht Zweckerl. Für sein kostbarstes Einzelstück hat der Wintersdorfer 700 Euro hingeblättert: ein Nationalmannschaftstrikot von Herbert Erhardt, in dem der SpVgg-Profi gegen Nordirland gespielt hat. Gekauft hat Zweckerl das Hemd mit dem Adler auf der Brust direkt von Erhardts nordirischem Gegenspieler Peter McParland.
Gemeinsam mit unzähligen weiteren Trikots wird das wertvolle Stück in einem fensterlosen Kellerraum aufbewahrt: darunter neben Fürther Exemplaren aller Generationen auch Markus Lotters Oberteil bei St. Pauli, Rachid Azzouzis Hemd aus Fortuna-Köln-Zeiten oder Timo Achenbachs Dortmunder Trikot.
Begonnen hat Zweckerls Sammelleidenschaft nicht mit der SpVgg, sondern mit Telefonkarten.
Zum Glück, denn bei Zweckerl meldete sich eines Tages ein Oberasbacher, der aus einem
Müllhaufen unter anderem 40 Pokale der SpVgg gerettet hatte. Die beiden wurden sich schnell einig: Zweckerl vermachte dem Finder seine Telefonkartensammlung und bekam im Gegenzug die Pokale.
Nur wenige Stücke aus der Zeit nach der Fusion haben bislang den Weg in die Sammlung des Wintersdorfers gefunden. Dem Zusammenschluss mit dem TSV Vestenbergsgreuth steht der 37-Jährige kritisch gegenüber, bedauert die Kommerzialisierung des Profifußballs: «Der Eckball wird präsentiert von . . .», stöhnt er, «das nervt. Und dass die Streifen auf dem klassischen Trikot immer weniger werden, auch. Erst musste ein Streifen weg, damit die Medienvertreter die Namen besser lesen können, der nächste ist der Werbung zum Opfer gefallen.» Ein kleiner Trost ist für ihn immerhin, dass wieder das Kleeblatt auf den Hemden der Spieler prangt.
In den vergangenen Jahren hat Zweckerl schon einmal drüber nachgedacht, seine Sammlung aufzulösen. Grund dafür war jedoch weniger die fehlende Identität mit seinem Kleeblatt, sondern vielmehr, dass er auf seinen Streifzügen über Tauschbörsen und durchs Internet nichts Neues mehr finden konnte.
«Sammelstücke zu besitzen, ist das eine, aber neue Stücke aufzustöbern, ist das wirklich
Spannende an meinem Hobby», gesteht der 37-Jährige. Deshalb wird Zweckerl, auch wenn die Chancen minimal sind, bei jedem Grafflmarkt schon mittags, wenn die Stände gerade erst aufgebaut werden, durch die Straßen streifen und die Tapeziertische nach den Farben Weiß und Grün abscannen: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Auch über den Vortrag, für den ihn die ehemalige Stadtheimatpflegerin Barbara Ohm gewinnen konnte, hofft Zweckerl Kontakt zu Sammlern zu bekommen. Aufmerksam geworden auf den Wintersdorfer ist Ohm übrigens bei ebay. «Wir sind uns beim Bieten schon ein paarmal in die Quere gekommen», erzählt Zweckerl. War ja klar . . .

Udo Zweckerl hält über seine Sammelleidenschaft einen Vortrag in der Reihe «Fürther
Steckenpferde». Donnerstag, 27. September, 19.30 Uhr, Lim-Haus, Gustavstraße 31.

Gunhild Rübekeil (Text) und Hans-Joachim Winckler (Fotos)
Fürther Nachrichten vom 22.09.2007